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DIE SLOWAKISCH-SCHWEIZERISCHE SCHRIFTSTELLERIN IRENA BREŽNÁ ERHÄLT DEN HERMANN-KESTEN-PREIS 2021

DIE SLOWAKISCH-SCHWEIZERISCHE SCHRIFTSTELLERIN IRENA BREŽNÁ ERHÄLT DEN HERMANN-KESTEN-PREIS 2021

18.08.2021 Der Hermann-Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums geht 2021 an die slowakisch-schweizerische Autorin Irena Brežná (Bild). Die Auszeichnung ist mit 10'000 Euro dotiert. Die Verleihung der Preise findet am 18. November um 18.30 Uhr im Staatstheater Darmstadt statt. Neben der aktuellen Kesten-Preisträgerin werden auch Günter Wallraff (Hermann-Kesten-Preisträger 2020) sowie die Chefredakteurin Lina Attalah mit ihrer ägyptische Online-Zeitung "Mada Masr" (Hermann-Kesten-Förderpreis 2020) geehrt. Durch den Abend führt der Publizist und Philosoph Michel Friedman.


Foto: Goesseln, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Goesseln, 2014 (Ausschnitt) - Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en - Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Irena_Bre%C5%BEn%C3%A1-110.JPG 

Ralf Nestmeyer, Vizepräsident des deutschen PEN-Zentrums: "Mit Irena Brežná ehren wir nicht nur eine Schriftstellerin, deren Werk durch die eigenen Migrationserfahrungen geprägt ist, sondern vor allem eine engagierte Autorin, die sich Zeit ihres Lebens unermüdlich für Gerechtigkeit und Freiheit eingesetzt und den Dissidenten und Verfolgten in Osteuropa eine Stimme gegeben hat. Mit ihren eigenen Texten kämpfte sie beharrlich gegen das Gebot des Schweigens und des Nichthandelns. Literatur als politisches Statement, sprachbewusst und sprachmächtig zugleich."

Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: "In Irena Brežnás Texten finden viele Kulturen zueinander, messen sich, vergleichen sich miteinander. Die Mitgliedschaft bei Amnesty International hat ihre Denk- und Schreibweise tief geprägt. Sie reist mit wachen Augen durch die Welt, sucht den Kontakt zu Überlebenskünstlerinnen, Kriegsopfern und Kriegsherren, prangert Unrecht an und gibt den Verfolgten in ihren Büchern und Artikeln eine Stimme. Sie schreibt gegen Ungerechtigkeit, Gewalt und das Vergessen an. Ihr Engagement beinhaltet mehr als das, was im journalistischen Beruf, auch im Kriegsjournalismus, üblich und alltäglich ist. Das macht sie zu einer sehr würdigen Hermann-Kesten-Preisträgerin – und zu einer Frau, von der wir lernen können, kritisch Stellung zu nehmen."

Irena Brežná wurde 1950 in Bratislava geboren. Nach der Okkupation der Tschechoslowakei 1968 emigrierte sie mit den Eltern in die Schweiz und fand Zuflucht in einer neuen Sprache. An der Universität Basel schloss sie ihr Studium in Slawistik, Philosophie und Psychologie ab. Sie arbeitete als Journalistin für deutschsprachige Medien, als Kriegsreporterin und Schriftstellerin. Zudem war sie Psychologin, Dolmetscherin, Russischlehrerin, Menschenrechtlerin und humanitäre Helferin.

Brežná engagierte sich für die Solidarność-Bewegung in Polen. Im Rahmen von Amnesty International unterstützte sie Dissidenten im Ostblock, begann journalistisch zu arbeiten und erste Bücher zu veröffentlichen.

1988 gelang ihr die Verschiffung von über 10'000 gesammelten Büchern aus der französisch-sprachigen Schweiz (Weltliteratur, Grammatiken, Geographie- und Geschichtsbücher etc.) nach Guinea, um dort für die Bevölkerung eine Bibliothek zu eröffnen. (siehe auch "Bibliothek für Mamou" in: "Wie ich auf die Welt kam")

Irena Brežná ist Autorin von zehn Büchern, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, und sie erhielt zwölf Preise für Publizistik und Literatur, in Deutschland, der Schweiz und der Slowakei, u.a. den "Zürcher Journalistenpreis", zweimal den "EMMA-Journalistinnenpreis" und den "Theodor-Wolff-Preis". Für ihren kontrovers aufgenommenen Roman "Die undankbare Fremde" über die eigene Emigrationserfahrung sowie die heutiger Flüchtlinge und Arbeitsmigranten wurde sie sowohl mit dem "Slowakischen Literaturpreis Dominik Tatarka" wie auch 2012 mit dem "Schweizer Literaturpreis" ausgezeichnet. Ihr letztes Buch "Wie ich auf die Welt kam. In der Sprache zu Hause" erschien 2018 beim Rotpunktverlag in Zürich.

Der Hermann-Kesten-Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Charta des internationalen PEN in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalistinnen einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Günter Grass, Anna Politkowskaja, Liu Xiaobo, Can Dündar und Erdem Gül, Gioconda Belli sowie Philippe Lançon. Erstmals im Jahre 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Preisgeld in Höhe von 10'000 Euro. Der Hermann-Kesten-Förderpreis, welcher alle zwei Jahre verliehen wird, ist mit 3'000 Euro dotiert, die ebenfalls vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bereitgestellt werden. 

Weitere Informationen: www.pen-deutschland.de/de/kesten-preis/

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstossen wird.

Quelle:

https://www.pen-deutschland.de/de/2021/08/17/kesten-preis-2021-an-irena-brezna-starke-stimme-der-verfolgten/

Kontakt:

https://www.brezna.ch/

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