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"RIESEN=SCHÖPFUNG. DIE WELT VON ADOLF WÖLFLI"

"RIESEN=SCHÖPFUNG. DIE WELT VON ADOLF WÖLFLI"

20.05.2021 Ausstellung im Zentrum Paul Klee, Bern, vom 21. Mai bis am 15. August 2021


Bild oben: Adolf Wölfli mit Papiertrompete, um 1926, Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern

Zum Zeichner, Komponisten und Schriftsteller wurde Adolf Wölfli (18641930) in der "psychiatrischen Heilanstalt Waldau" in Bern, an die er 1895, 31 Jahre alt, mit der Diagnose Schizophrenie überwiesen wurde. Bis zu seinem Tod 1930 erschuf er dort ein ausuferndes Œuvre, ein Universum auf über 25'000 Seiten, das er selber als "Skt. Adolf Riesen=Schöpfung" bezeichnete. Sein Werk ist in der Kunst des 20. Jahrhunderts einzigartig. Im Zentrum Paul Klee stehen erstmals Wölflis Schriften im Fokus einer gross angelegten Schau. Das Kindermuseum Creaviva knüpft mit der interaktiven Ausstellung "Kleines Universum" an die Inhalte an.

Dass Adolf Wölfli jemals eine künstlerische Karriere machen würde, war durch seine Herkunft keineswegs gegeben. Seine Familie stammte aus armen Verhältnissen. Er wurde als "Losbube" verdingt und diente später als Tagelöhner in unterschiedlichen Tätigkeiten. Als Autodidakt hat Wölfli ein Werk geschaffen, das bis heute durch seine visionäre Bildkraft fasziniert.

Wölfli selber betrachtete sein schriftstellerisches Œuvre, an dem er mit wenigen Unterbrüchen von 1908 bis zu seinem Tod 1930 gearbeitet hat, als sein Hauptwerk. Es beinhaltet eine idealisierte Lebensgeschichte, die ihn und seine Getreuen durch Länder und Kontinente imaginierter Welten reisen lässt. Es sind fantastische Kopfreisen, die gar in den Weltraum ausgreifen und in einem bemerkenswerten Kontrast zu seiner Verwahrung in der Waldau stehen.

In einem Akt der Selbstermächtigung erfand er sich in diesen Schriften seine Lebensverhältnisse neu. Gebunden sind diese Geschichten in prächtige Folianten, die mit Tonstücken, Gedichten und Illustrationen durchsetzt sind. Die Hefte hat Wölfli als Reinschriften verstanden, welche im Sinne einer überlegten Mise-en-page Druckvorlagen für eine Veröffentlichung darstellen.

Die Ausstellung im Zentrum Paul Klee folgt der Präferenz des Künstlers und stellt eine Auswahl der Hefte, welche aus konservatorischen Gründen sonst nicht ausgeliehen werden, erstmals in den Mittelpunkt einer Präsentation.

Die Ausstellung bringt Wölflis Zeichnungen in einen Zusammenhang mit den Heften und bietet somit eine besondere Gelegenheit, diesem aussergewöhnlichen Schaffen neu zu begegnen. Mit über 150 Arbeiten aus dem Schaffen des Künstlers gibt die Schau einen umfassenden Einblick in den Bestand der Adolf Wölfli-Stiftung.

Nebst den Heften und den dazugehörigen Zeichnungen werden eine Auswahl aus der sogenannten "Brotkunst", den Bleistiftzeichnungen aus dem Frühwerk des Künstlers, sowie dokumentarisches Material aus dem Anstaltsalltag gezeigt.

Publikation

Zur Ausstellung macht die Adolf Wölfli-Stiftung Walter Morgenthalers Quellentext Ein Geisteskranker als Künstler, der 1921 erschienen ist und sowohl die Kunst wie die Psychiatrie herausforderte, in einer Neuauflage mit begleitenden Analysen und Darstellungen von Fachpersonen im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König wieder greifbar. Die Publikation wird am 19. Juni 2021 im Rahmen einer Buchvernissage im Schweizerischen Psychiatrie-Museum vorgestellt.

Begleitprogramm

Die Ausstellung wird von einem vielseitigen Begleitprogramm gerahmt. Darunter eine Führung im Gespräch zum Begriff Art Brut des Künstlers Jean Dubuffet mit Sarah Lombardi, Collection de l’ArtBrut, Lausanne, und Fabienne Eggelhöfer, Chefkuratorin Zentrum Paul Klee am 13. Juni 2021, eine Spoken-Word-Hommage an den Künstler Adolf Wölfli von "Bern ist überall" in Deutsch und Französisch mit Musikbegleitung am 20. Juni 2021 oder ein Konzert des Ensemble Proton am 15. August 2021, das Kompositionen von Ezko Kikoutchi, Annette Schmucki und Walter Feldmann nach Wölflis "musikalischem Ansatz" spielt.

Kurator Hilar Stadler

Er ist Kunsthistoriker. Stadler wurde in 1963 in Luzern geboren und wohnt und arbeitet in Luzern. Stadler studierte Kunstgeschichte und Filmwissenschaft an der Universität Zürich. Er ist Leiter der Adolf Wölfli-Stiftung am Kunstmuseum Bern und ist ausserdem tätig am Museum im Bellpark in Kriens. Daneben freie kuratorische und publizistische Tätigkeiten in den Bereichen Kunst, Architektur und Fotografie.

Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit von Zentrum Paul Klee und Adolf Wöfli-Stiftung.

zpk

Kontakt:

https://www.zpk.org/de/ausstellungen/vorschau/riesen=schoepfung-die-welt-von-adolf-woelfli-2183.html

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Bild: Adolf Wölfli, Riesen=Stadt, Band=Wald=Hall, 1911 - Aus: Von der Wiege bis zum Graab (1908-1912), Bleistift und Farbstift auf Zeitungspapier, 99,7 x 71,7 cm, Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern

 

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