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"MATHIS ALTMANN - AMALGAMATE"

"MATHIS ALTMANN - AMALGAMATE"

25.10.2021 Manor Kunstpreis Kanton Zürich 2021: Ausstellung im Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus, bis am 2. Januar 2021


Bild: Mathis Altmann, Startup Garage, 2018, Courtesy der Künstler und Fitzpacktrick Gallery Foto: Marjorie Brunet Plaza

Trotz des Strebens nach Einzigartigkeit, exklusiven Accessoires und durchgestalteten "Coworking-Spaces" ist eine ästhetische Uniformierung in der westlichen Gesellschaft zu beobachten. Der Künstler Mathis Altmann (* 1987) beschäftigt sich mit diesem Zwiespalt von Individualisierung und Einheitsbrei und hält mit seinen Werken der heutigen Welt den Spiegel vor.

Altmann ist mit den Versprechen des Internets und dem Siegeszug des Kulturkapitalismus aufgewachsen. Er hat ein waches Auge für soziale und kulturelle Veränderungen entwickelt. Kritisch und ironisch zugleich nehmen seine Werke die Verwertung von Mode und Lifestyle der Gegenbewegungen der Jugendkultur in eine Erlebnisgesellschaft und die Auswirkungen der digitalen Vernetzung aufs Korn. Seine Miniaturwelten aus Fundstücken, Gebrauchsgegenständen, Spielzeugen, Bauwerkstoffen und Abfall sind ein kluges Spiel mit den Traditionen der Assemblage, das inhaltlich mit der Darstellung einer vollends fragmentierten Welt einhergeht. Die Werke spielen auf die wieder präsente DIY-Kultur der Punkzeit ebenso an wie auf das Bewusstsein für Wiederverwertung der Generation Z.

Für seine Ausstellung - die erste in einem Museum - entwickelte Altmann eine neue Serie von Werken. Dabei kombiniert er wiederverwertetes Material aus älteren Arbeiten mit neuen Fundstücken sowie hochwertige Edelstahlspiegel und LED-Matrix-Screens. Die Wandobjekte sind gegenüber den überbordenden Assemblagen stark reduziert und werfen das Publikum buchstäblich auf sich selbst zurück der Künstler nennt seine Arbeitsweise selbst "withdrawal".

Die Werke nehmen das aktuelle Bedürfnis nach Selbstverwirklichung auf, die vom Wunsch der Erfahrung des Authentischen angetrieben wird. Altmann führt dieses Streben nach öffentlich zur Schau gestellter Einzigartigkeit ad absurdum, indem er Videosequenzen, Werbeslogans und Logos von Lebensmittel-, Tech- oder Pharmaunternehmen in seine Werke einbaut, die zu Wiedererkennungszeichen dieses Lebensstils geworden sind. Mit Humor und vielschichtigen Referenzen gelingt es ihm, das Publikum über sich selbst und die Veränderungen von Freizeit-, Arbeits- und Konsumverhalten nachdenken zu lassen.

Publikation

Mit dem Manor Kunstpreis Kanton Zürich ist eine Einzelausstellung im Kunst Museum Winterthur und die Herausgabe einer Publikation verbunden. Im Verlag Lenz Press (Mailand) wird im Laufe der Ausstellung die erste Monographie des Künstlers erscheinen.

Manor Kunstpreis Kanton Zürich

Der Manor Kunstpreis ist der wichtigste private Förderpreis für das zeitgenössische Kunstschaffen in der Schweiz. Der Preis wurde 1982 in Luzern ins Leben gerufen. Er wird von einer Fachjury in sechs Schweizer Städten verliehen, wobei sich Aarau, Basel, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Luzern, Lugano, Schaffhausen, Sion, St.Gallen und Winterthur im Zweijahresrhythmus abwechseln. 

Kurator: Lynn Kost

kmw

Kontakt:

https://www.kmw.ch/

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