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"CLOSE-UP. Berthe Morisot, Mary Cassatt, Paula Modersohn-Becker, Lotte Laserstein, Frida Kahlo, Alice Neel, Marlene Dumas, Cindy Sherman, Elizabeth Peyton"

"CLOSE-UP. Berthe Morisot, Mary Cassatt, Paula Modersohn-Becker, Lotte Laserstein, Frida Kahlo, Alice Neel, Marlene Dumas, Cindy Sherman, Elizabeth Peyton"

18.09.2021 Ausstellung in der Fondation Beyeler, Riehen / Basel, vom 19. September 2021 bis am 2. Januar 2022


Bild: Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis als Halbakt mit Bernsteinkette II, Sommer 1906, Öltempera auf Leinwand, 61 x 50 cm, Kunstmuseum Basel, mit einem Sonderkredit der Basler Regierung erworben 1939 - Foto: Martin P. Bühler       

Im Zentrum der Ausstellung "CLOSE-UP" stehen neun Künstlerinnen, denen die Konzentration auf die Darstellung von Menschen in Form von Porträts und Selbstporträts gemeinsam ist und die mit ihrem Schaffen herausragende Positionen innerhalb der Geschichte der Moderne von 1870 bis heute vertreten. Das Interesse der Ausstellung gilt dem spezifischen Blick der Künstlerinnen auf ihre eigene Umgebung, der in Porträts ihrer selbst wie auch anderer zum Ausdruck kommt. In der Zusammenschau lässt sich erleben, wie sich der Blick der Künstlerinnen auf ihr Gegenüber seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis heute gewandelt hat, was sich in ihm widerspiegelt und was ihn auszeichnet. 

Die Ausstellung beleuchtet einen Zeitraum, zu dessen Beginn es Künstlerinnen in Europa und Amerika erstmals möglich wurde, auf breiter Basis professionell tätig zu sein. Es war gleichzeitig eine Zeit, in der die Idee des Porträts einen tiefgreifenden Wandel erlebte, der mit einer grundlegenden Umwertung der Idee des Individuums einherging.

So wie im Impressionismus die Transformation des klassischen Porträts ihren Lauf nahm, so wurde zu Anfang des neuen Jahrhunderts der gänzliche Verzicht auf Ähnlichkeit als mögliche Porträtform erprobt. In der Folge wandelte sich das Porträt zu einer Ausdrucksform, in der neue Vorstellungen von Subjektivität und neue Möglichkeiten der Repräsentation erkundet wurden.

Die Künstlerinnen, die im Zentrum der Ausstellung stehen, führen dies beispielhaft vor Augen. Wenn sie auch nicht eine Geschichte des Porträts seit Beginn der Moderne repräsentieren, so präsentiert doch jede von ihnen mit ihrem Œuvre eine spezifische, aus ihrer Zeit heraus entwickelte Form des Porträts. 

Die Französin Berthe Morisot (1841–1895) steht zusammen mit der Amerikanerin Mary Cassatt (1844–1926) am Anfang der Ausstellung. Es handelt sich um zwei Künstlerinnen, die den Impressionismus mitprägten und zu wichtigen Vorbildern für nachfolgende Generationen von Malerinnen wurden.

Die in der Ausstellung gezeigten Werke von Paula Modersohn-Becker (1876–1907) sind zwischen 1900 und 1907 entstanden, der Zeit des ungemein intensiven und vielversprechenden Frühwerks, das gleichzeitig das gesamte Schaffen der jung im Kindbett Verstorbenen darstellt. Künstlerisch stand die gut 30 Jahre jüngere Modersohn-Becker an einem anderen Ort als Morisot und Cassatt, sie gehörte zu den Ersten, die als Wegbereiterinnen der Moderne bezeichnet werden können. 

Mit Lotte Laserstein (1898–1993) wechselt der Blick der Ausstellung von Paris nach Berlin und in die dortigen 1920er-Jahre. Ihre Porträts orientierten sich an Typen des modernen Alltags, dabei fand Laserstein Interesse am Bild der "Neuen Frau", wie es auch in der Fotografie, in Magazinen und im Film propagiert wurde. 

Mit den Werken von Frida Kahlo (1907–1954) hat die innerhalb der Ausstellung wohl komplexeste Form des Porträts, vor allem des Selbstporträts, ihren Auftritt. Kahlos Selbstporträts sind unverkennbar Darstellungen der Künstlerin, doch es sind keine Porträts, die das reale Selbst zu erfassen versuchen. Es sind konstruierte, deshalb nicht weniger authentische Selbstporträts.

Obwohl der gleichen Generation wie Lotte Laserstein und der wenig jüngeren Frida Kahlo zugehörig, repräsentiert die Amerikanerin Alice Neel (1900–1984) auch innerhalb der Ausstellung historisch und künstlerisch eine völlig andere Position. Neel blieb der Figuration treu, wählte nicht den Weg in die Abstraktion wie viele ihrer amerikanischen Kolleginnen und Kollegen. Ebenso wenig ging sie zu ihren Modellen auf Distanz oder richtete einen ironischen Blick auf sie. Es sind realistische Porträts, welche vor dem lebenden Modell oder aus der Erinnerung gemalt wurden und die darauf zielen, den Charakter eines Individuums zu erfassen. 

Mit Marlene Dumas (*1953) beginnt ein neuer Abschnitt in der Ausstellung, in dem mit ihrem Schaffen wie auch dem von Cindy Sherman (*1954) und Elizabeth Peyton (*1965) die zeitgenössische Porträtkunst in drei sehr unterschiedlichen Positionen in den Vordergrund tritt. Gemeinsam ist ihnen, dass die Wahrnehmung und das Erleben der Realität, in der sie leben und agieren, von den Massenmedien und deren Wirkungsmacht geprägt und beeinflusst werden. In ihrer Porträtkunst kommt dies in je anderer Weise zum Ausdruck. 

Mit rund 100 Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen aus Europa, Amerika und Mexiko eröffnet die Ausstellung ungewohnte Perspektiven auf die Geschichte des Porträts und der Künstlerinnen.

Als Begleitprojekt zur Ausstellung laden kurze Filmporträts, interpretiert von neun internationalen Schauspielerinnen - namentlich Irène Jacob, Martina Gedeck, Luna Wedler, Meret Becker, Ángela Molina, Bettina Stucky, Romana Vrede, Maria Furtwängler und Valerie Pachner - dazu ein, die vielfältigen Persönlichkeiten der Künstlerinnen aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Demnächst auch zu sehen auf www.fondationbeyeler.ch

Der Ausstellungskatalog erscheint in Deutsch und Englisch im Hatje Cantz Verlag, Berlin, und stellt jede Künstlerin individuell vor. Auf 342 Seiten enthält er Beiträge von Tere Arcq und Hilda Trujillo, Tamar Garb, Peter Geimer, Donatien Grau, Anna-Carola Krausse, Sylvie Patry, Uwe M. Schneede, Jennifer A. Thompson und Theodora Vischer. 

fb

Kontakt:

https://www.fondationbeyeler.ch/startseite

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