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KLAUS LITTMANN: "ARENA FÜR EINEN BAUM"

KLAUS LITTMANN: "ARENA FÜR EINEN BAUM"

27.04.2021 Eine begehbare Kunstintervention von Klaus Littmann - Täglich von 11 bis 20 Uhr auf dem Münsterplatz, Basel.


Bild: Arena für einen Baum - begehbare Kunstintervention von Klaus Littmann, Münsterplatz Basel, 2021, präsentiert von der Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G - Foto: Gerhard Maurer

Klaus Littmanns Projekt "For Forest Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur" in Klagenfurt begeisterte 2019 die internationale Kunst- und Kulturszene. Mehr noch: es traf den Nerv der Zeit und der Menschen rund um den Globus. Nun wird es in Basel weitergeführt. Die Kulturstiftung Basel H. Geiger|KBH.G präsentiert Littmanns zweiteiliges Folgeprojekt, welches Natur und Kunst verbindet. Den Auftakt markiert die temporäre begehbare Kunstintervention "Arena für einen Baum" auf dem Basler Münsterplatz, gefolgt von der Schau "Tree Connections" im Ausstellungsraum der KBH.G, die sich Littmanns Projekt wie auch dem Baum als vielfältigem Topos in der Kunstgeschichte widmet vom 19. Jahrhundert bis heute.

Was vor rund 30 Jahren als künstlerisches Gedankenspiel von Klaus Littmann begann und nach einigen organisatorischen und politischen Widrigkeiten 2019 im Klagenfurter Wörtherseestadion zur Umsetzung kam, wird in Basel mit einem ganz neuen Ansatz weitergeführt. Waren es in Klagenfurt 299 Bäume, die ein Fussballstadion füllten, so konzentriert sich hier alles auf einen einzigen Baum. Er ist das Zentrum einer öffentlich zugänglichen Arena, mitten auf dem vielfrequentierten Münsterplatz.

"Kunst im öffentlichen Raum ist die demokratischste Form der Kunst. Jeder und jedem zugänglich, ganz ohne didaktischen Hintergrund. So hatte es sich Sibylle Geiger für ihre Stiftung und den dazugehörigen offenen Kunst- und Kulturraum gewünscht", erklärt Raphael Suter, Direktor der KBH.G, seinen Entscheid für die Zusammenarbeit mit Klaus Littmann und seine Begeisterung für das Projekt.

Begehbare Kunstintervention "Arena für einen Baum" vom 27. April bis 24. Mai 2021 in Basel

Die nach innen und aussen, optisch wie physisch durchlässige "Arena für einen Baum" bietet 50 Personen einen Sitzplatz mit Blick auf den Hauptakteur im Zentrum. "Die Natur selbst ist ein gewaltiges Gesamtkunstwerk also kann man ihr auch einmal ein kleines widmen", erläutert Klaus Littmann die Intention für seine Installation rund um einen einzigen Baum, die BesucherInnen und PassantInnen täglich von 11 bis 20 Uhr betreten und auf sich wirken lassen können. Die in Zusammenarbeit mit Schnetzer Puskas Ingenieure und Häring Holzbau entstandene Arena ist gefertigt aus behandeltem Fichtenholz, sie hat zwölf Meter Durchmesser und ist geformt wie ein runder Korb aus lockerem Geflecht, der den Baum schützend umgibt acht Meter hoch, fast bis zu dessen Spitze.

Äussere Form und Struktur der einzelnen, das "Geflecht" bildenden Lamellen sind in ihrer Unregelmässigkeit denen eines Baumes nachempfunden. Gemeinsam mit der umlaufenden Tribüne im Innern bilden sie die Jahresringe ab. Wie bereits in Klagenfurt ist der Schweizer Landschaftsarchitekt Enzo Enea für Auswahl und Aufzucht des Baumes zuständig. Dabei geht es nicht um blosse Schönheit und Stärke, sondern vielmehr darum, ob er sich in den Basler Baumbestand integrieren lässt und seine Art zur langfristigen Anpassung an die durch die globale Klimaerwärmung veränderten Bedingungen fähig ist. Denn dieser Baum ist vieles: Stellvertreter für den Wald, Botschafter für die Natur sowie deren Erhalt und natürlich auch Testimonial für den Ausstellungszyklus. "Die Arena",so Klaus Littmann, "wird den Münsterhügel wieder verlassen, der Baum soll auf Dauer in Basel Wurzeln schlagen und wird der Stadt als Geschenk übergeben."

Ausstellung "Tree Connections" vom 11. Mai bis am 11. Juli 2021

Littmanns Schau im Ausstellungsraum der KBH.G zeigt die Vielfalt der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Natur. Zu sehen sind rund 75 Werke von 45 KünstlerInnen. Darunter der Schweizer und Diday-Schüler Alexandre Calame sowie der deutsche Landschaftsmaler Christian Friedrich Gille, deren Malerei dokumentiert, wie der Baum im 19. Jahrhundert von blosser Staffage zum Hauptakteur wurde. Der Fokus liegt aber klar auf dem 20. Jahrhundert. Hier ist der Baum in allen Darstellungs- und Kunstformen präsent. Als Reliefs von Hans Arp, Skulpturen von Günther Uecker, Stephan Balkenhol und Hermann Scherer, Projektzeichnungen von Christo, Objekten von Meret Oppenheim und immer wieder in den Arbeiten von Joseph Beuys, zu dessen Schülern Klaus Littmann in den 1970er-Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie gehörte.

Viele der Werke waren noch nie öffentlich ausgestellt, einige sind speziell für "Tree Connections" entstanden. Alle sind Leihgaben, fast ausschliesslich aus Schweizer Privatsammlungen und hauptsächlich aus der Region: "So erfolgen unsere Kunsttransporte möglichst CO2-neutral und zeitgleich können wir zeigen, dass Kunsterlebnisse nicht immer lange Reisen oder Transporte erfordern", führt Klaus Littmann sein Anliegen aus. "Das Schaffen der ausgestellten KünstlerInnen ist breit und divers, es ist nicht immer dieses eine ikonische Werk,auf das wir uns konzentrieren sollten. Oder anders gesagt, es findet sich in jedem Land ein interessantes Werk von Christo, Meret Oppenheim oder Tony Gragg.", so Littmann.

Begleitet und Festgehalten wird die Ausstellung durch einen reichhaltig gestalteten Katalog (Gestaltung Studio Marie Lusa, Verlag Hatje Cantz) mit Essays von John McDonald, Florian Illies und Isabel Zürcher. Katalog sowie Eintritt sind wie bei allen Projekten der Kulturstiftung Basel H. Geiger|KBH.G kostenlos.

cp

Flyer:

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Kontakt:

https://kbhg.ch/

http://www.klauslittmann.com/aktuelles/eroeffnung-arena-fuer-einen-baum

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